Kinder und Jugendliche sollen mitreden und mitentscheiden

Kooperationsvertrag zwischen Stadt Bielefeld und LWL geschlossen

Bielefeld (lwl). Die Stadt Bielefeld will Kinder und Jugendliche stärker an kommunalpolitischen Fragen beteiligen. Dazu macht die Stadt am Projekt „Eigenständige Jugendpolitik in kommunaler Verantwortung“ mit. Bürgermeister Pit Clausen und LWL-Direktor Matthias Löb haben am Donnerstag (18.06.) in Bielefeld den Kooperationsvertrag zum Projekt unterzeichnet.

Die Landschaftsverbände Westfalen-Lippe (LWL) und Rheinland (LVR) führen das Projekt gemeinsam mit dem NRW-Jugendministerium durch. Bis Ende 2021 fördert das Projekt landesweit 50 Kommunen, die die Mitwirkung von Jugendlichen an kommunalpolitischen Fragen weiterentwickeln wollen. Die Stadt Bielefeld gehört zu den ersten fünf Kommunen in Westfalen-Lippe, die in dem Projekt mitarbeiten.

„Wir wollen es Jugendlichen leichter machen, sich kommunalpolitisch zu engagieren. Denn es geht nicht nur bei globalen Themen sondern auch bei vielen Entscheidungen vor Ort um ihre Zukunft“, sagte Löb. Gesteuert werden die jugendpolitischen Strategien von den Städten und Kreisen in eigener Verantwortung. Das LWL-Landesjugendamt unterstützt und berät die Kommunen bei der Verwirklichung einer jugendpolitischen Strategie. „Im Projekt bauen wir ein landesweites Netz engagierter Kommunen auf, um die eigenständige Jugendpolitik dauerhaft zu stärken“, erklärt Löb.

Bei der Kinder- und Jugendbeteiligung geht es um die konkrete Gestaltung des eigenen Lebensumfeldes. „In Bielefeld entwickeln wir gemeinsam mit Jugendlichen, Stadtverwaltung und Politik einen Weg, Beteiligung strukturell und jugendgerecht zu verankern“, so Clausen. Das Besondere am Bielefelder Ansatz: Beteiligung wird amts- und institutionsübergreifend gedacht. Das Projekt ist beim Amt für Jugend und Familie angesiedelt. Gemeinsam mit dem Bildungsbüro der Stadt Bielefeld und dem Bielefelder Jugendring e.V. wird die jugendpolitische Strategie in der Stadt umgesetzt.

„Uns ist wichtig, dass Kinder- und Jugendbeteiligung als Querschnittsaufgabe verankert und junge Menschen als Experten ihrer Lebenswelt beteiligt werden,“ erklärt Löb. „Bielefeld wählt im Projekt genau diesen nachhaltigen Beteiligungsansatz und ist Vorbild für andere Kommunen“, so Löb weiter.

Das Projekt startet zunächst in einem Stadtteil und weitet sich sukzessive auf andere Stadtteile aus. Dabei sollen Kinder und Jugendliche Beteiligung in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld erleben und die Möglichkeit bekommen, mitzureden und mitzuplanen. „Bielefeld, eine Stadt nicht für, sondern mit Jugendlichen“, so Clausen. In gemeinsamen Veranstaltungen mit Jugendlichen, Bezirksverwaltung und Politik werden passende Beteiligungsformate für den Stadtteil entwickelt und erprobt. Die Jugendlichen bringen ihre Themen und Wünsche ein und entscheiden mit. Workshops für Fachkräfte der Jugendhilfe und Schulen sowie der Bezirksverwaltung sollen die professionsübergreifende Zusammenarbeit stärken und Kinder- und Jugendbeteiligung in Bielefeld nachhaltig verankern.

 

Pressekontakt: Markus Fischer, Tel.: 0251 591 235