Kinder- und Jugendbeteiligung steht in Ahaus im Mittelpunkt

Kooperationsvertrag zwischen Stadt Ahaus und LWL geschlossen

Ahaus (lwl). In Ahaus werden die Interessen und Themen von Kindern und Jugendlichen ernst genommen. Sie haben die Möglichkeit ihren Ort mitzugestalten und bei gesellschaftlichen und politischen Prozessen mitzuentscheiden. Durch das Mitwirken am Projekt „Eigenständige Jugendpolitik in kommunaler Verantwortung“ wird Jugendbeteiligung noch stärker als bisher in Ahaus verankert. Im Jugendhilfeausschuss unterzeichneten Werner Leuker und Marlies Silies, Referatsleiterin im Landesjugendamt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), den Kooperationsvertrag zum Projekt.

Die Landesjugendämter führen das Projekt gemeinsam mit dem NRW-Jugendministerium durch. Bis Ende 2021 fördert das Projekt landesweit 50 Kommunen in NRW, die die jugendpolitische Mitwirkung von Jugendlichen an kommunalpolitischen Fragen weiterentwickeln wollen. Die Stadt Ahaus gehört zu den ersten fünf Kommunen in Westfalen-Lippe, die in dem Projekt mitarbeiten.

„Bei der Kinder- und Jugendbeteiligung geht es um die konkrete Gestaltung des eigenen Lebensumfeldes“, so Silies. In Ahaus wurde mit den Kindern und Jugendlichen gemeinsam ein Weg entwickelt, wie man jugendpolitische Strategien strukturell verankern kann: In einer jährlich stattfindenden Jugendhilfeausschusssitzung werden Ahauser Kinder und Jugendliche jetzt aktiv mitwirken, ihre Themen einbringen, priorisieren und die Umsetzung gemeinsam mit den Politikern auf den Weg bringen. „Damit hat Ahaus eine ganz konkrete jugendpolitische Beteiligungsstruktur festgeschrieben und ist Vorbild für andere Kommunen“, stellt Silies fest.

Die genauen Beteiligungsformate für Kinder und Jugendliche sollen im Rahmen des Projektes in Ahaus weiterentwickelt werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der digitalen Beteiligung.

Das Projekt ist beim städtischen Jugendamt angesiedelt, wo Birgit Kleinfeld und Birgit Gausling die Verbindung zwischen jungen Menschen und der Stadtverwaltung sind. Diese bestärken junge Menschen sich zu beteiligen und für ihre Interessen einzustehen. Dabei geht  es nicht nur um die Gestaltung von Freizeitangeboten. So haben sich Jugendliche bereits mit Ausgrenzung und Mobbing auseinandergesetzt und Maßnahmen gegen Mobbing umgesetzt.

Hintergrund:

Im Projekt „Eigenständige Jugendpolitik in kommunaler Verantwortung“ unterstützt das LWL-Landesjugendamt Westfalen die Jugendämter und Jugendhilfeausschüsse in der Umsetzung und baut ein Netz aus Städten und Kreisen in NRW auf, die sich für Jugendpolitik engagieren. Dabei sollen Erfahrungen landesweit gebündelt und daraus Erfolgsfaktoren einer beteiligungsorientierten Jugendhilfe entwickelt werden. Neben der Beratung durch die LWL-Servicestelle für Kinder- und Jugendbeteiligung NRW, organisiert der LWL passgenaue Fortbildungsangebote und den Erfahrungsaustausch zwischen den Kommunen. Das Land fördert außerdem lokale Beteiligungsaktivitäten junger Menschen in jeder teilnehmenden Kommune mit bis zu 3.000 Euro.

Neben der Stadt Ahaus sind die Stadt Bielefeld, die Stadt Hagen, der Kreis Lippe und der Kreis Steinfurt in Westfalen-Lippe am beteiligt. Die Mitwirkung an dem Praxisprojekt steht allen Jugendämtern in NRW offen.

In 2020 können weitere Jugendämter einsteigen. Jugendämter können sich an die Servicestelle für Kinder- und Jugendbeteiligung beim LWL-Landesjugendamt wenden (Tel.: 0251 591-5034), http://www.jugendbeteiligung-in-nrw.de.